Engelwurz – eine große Heilpflanze unserer Zeit

27. November 2017.TinePe.2 Likes.4 Comments

Große Pflanze unserer Zeit
Ein Engel auf Erden
Angelica archangelica – Angelica sylvestris
Erzengelwurz – Engelwurz

 

Eine derer Pflanzen, die sich mir in diesem Jahr in besonderer Weise gezeigt haben, ist die Waldengelwurz.
Angelica sylvestris, die „Wilde“.
Im Gegensatz zu früheren Jahren ist sie mir ab August häufig begegnet. So konnte ich gar nicht anders, als mich ihr anzunähern. Mit offenem Herzen durfte ich mich von ihr empfangen wissen, um ihre Energie und Kraft zu erfahren.

Die Plätze, an denen ich der Waldengelwurz begegnet bin, waren allesamt besonders.

Sie waren getragen und gehalten von einer kraft- und liebevollen Präsenz. Majestätisch, aufgerichtet und strahlend habe ich sie erfahren, die Angelica – der zur Pflanze gewordene Engel. Es war ihr erhabenes und lichtvolles Strahlen, das mich in den tiefsten Tiefen meines Herzens und meiner Seele berührt hat. Egal wo ich ihr begegnet bin, immer waren es Orte, die hineingezogen haben. Die eingeladen haben zum näher kommen, zum verweilen, zum träumen. Die Anwesenheit freundlich gesinnter Naturwesen war überall spürbar. Die Orte waren durchdrungen von Licht. Symphonien des Friedens und der Harmonie haben sich in ihnen verströmt.

Engelwurz – Botin des Lichts

Es war vor allem das lichthafte Wesen dieser Pflanze, das mich berührt hat. Das einen Weg gefunden hat, tief in mein Innerstes hinein. Der strahlende Engel, der hineinblickt in die Licht- und Schattenwelt meines Seins. Es ist ein Licht, vor dem keine, noch so kleine Ecke verborgen bleibt. Nichts bleibt ungesehen. Es nimmt mich aus der Illusion heraus, etwas verstecken zu können oder zu müssen. In diesem Licht nehme ich eine nur schwer zu beschreibende Kraft von Schutz und Geborgenheit wahr. In diesem Licht, das beginne ich auf tiefster Ebene zu erahnen, sind Wärme, Frieden und Heilung zu hause.

Die Engelwurz und der Blick in die Schattenwelt

Ich spüre, dass die Engelwurz meine tiefsten Ängste berührt. Kein Alptraum bleibt ihr verborgen. Es gibt kein entfliehen. Sie leuchtet geradewegs hinein in meinen Gerümpelkeller. Erleuchtet meine von der Angst gedeckelten Sehnsüchte. Erzählt von den nicht gelebten Herzenswünschen und Lebensträumen. Kurz und gut, sie sieht alles, was mich quält. Sie sieht alles, womit ich mich quäle.

Eine Heilerin durch und durch

Doch die Engelwurz ist sanft in ihrem Wesen. Sanft, aber bestimmt. Sie überfordert nicht. Nimmt mich mit in meinem Tempo. Gibt mir Momente der Weisheit, um besser zu verstehen. Lässt mich erkennen. Macht mich bewusster für den Augenblick, für das was ist. Ihre Warmherzigkeit und Güte machen es mir leicht. Ich fühle mich von ihr genährt mit Licht und Liebe. Da ist etwas an oder in ihr, das mich an Mutter Maria erinnert, die große Madonna. Ich spüre, dass sie mir einen geschützten Raum gewährt, um zuzulassen. Um zuzulassen, dem Wesentlichen nicht mehr zu entfliehen. Und in diesem Zulassen erzählt sie mir vom großen Wandel. Und von der Heilung, die diesem Wandel innewohnt. Wie auch immer diese Heilung aussehen mag.

Wahrnehmung durch die Einnahme der Urtinktur

Es ist Spätherbst geworden, die Natur hat sich gewandelt. Befindet sich auf dem Rückzug ins Innere von Mutter Erde. Ich beginne die Engelwurz einzunehmen in Form einer Urtinkur. Jeden Abend vor dem zu Bett gehen einen Tropfen. So begleitet der zur Pflanze gewordene Engel mich hinein in die Nacht, in meine Träume.

Ich schlucke den Tropfen nicht, lasse ihn im Mund aufgehen. Ich spüre, wie das der Engelwurz innewohnende Sonnenfeuer meinen Mundraum erwärmt, wie es Zunge und Lippen leicht pelzig macht. Auch nehme ich eine gewisse Schärfe wahr, die sich im Mund ausbreitet. Irgendwann bemerke ich, dass die Wärme hinabwandert,  meinen Herzraum erfüllt, um sich dann hinein in meinen Bauchraum zu ergießen. Das ist der Punkt, an dem ich hinweggleite ins Reich der Träume. Und diese Träume sind lebhaft, aber nicht immer leicht. Oft habe ich das Gefühl, dass sie bedeutungsvoll waren, aber ich kann sie meist nicht halten. Doch da ist eine Ahnung, manchmal auch ein Wissen, um gegebene Heilung. Wie und wo auch immer sie sich nun in meinem Leben zeigen mag. Ich spüre, dass Ängste beginnen sich zu wandeln in Vertrauen und Mut. Und ich habe das Gefühl, dass die Angelica mich meinem inneren Licht und Frieden näher bringt, mich aussöhnt mit mir selbst. Das Orchester von Harmonie und Frieden, das ich im Spätsommer an ihren Plätzen wahrgenommen habe, findet nun auch in mir immer mehr Musikanten. Und die Präsenz der Engelwurz selbst ist es, die dieses Orchester zum klingen bringt.

Warum eine große Heilpflanze unserer Zeit?

Unsere Zeit ist schnelllebig, unterliegt dem Gesetz der Eile. Um uns herum werden Leitlinien geschaffen, die darlegen, wie ein gutes Leben auszusehen hat. Weil wir dazugehören wollen, sind wir großteils damit beschäftigt, uns innerhalb dieser Leit- und Richtlinien durchzukämpfen. Wir verbrauchen unsere Zeit und Kraft, um diesen so nahe wie möglich zu kommen. Hierfür wird oftmals alles gegeben. Es wird gekämpft, gemacht und getan. Die Folgen hiervon sehen wir überall um uns herum.

Dabei wird die Natur im wahrsten Sinne des Wortes für immer mehr Menschen unwesentlich. Für sie bleibt im alltäglichen Kampf nur wenig Zeit. So wird der Kontakt zu Mutter Erde mehr und mehr abgebrochen und schließlich vollständig verloren. Eine totale Entfremdung ist die Folge. In der Entfremdung zur Natur entfremdet sich der Mensch immer mehr von sich selbst und auch von seinen Mitmenschen. Entfremdung macht einsam und schutzlos. Verschleiert den Blick für das Wesentliche, macht den Menschen zu einem lenk- und steuerbaren Roboter. Diese Einsamkeit mag nicht bewusst sein, doch tief im Herzen hat sie ihren Platz. Um die Folgen wissen wir nur zu gut.

Das Sinnhafte geht verloren. Das macht Angst im tiefsten Sein. Die Hetze durch das Leben macht müde, saugt aus. Lässt nur noch schwer verdauen, und das nicht nur auf körperlicher Ebene.  Das eigentliche Lebenslicht fehlt. Was also soll noch tragen?

Engelwurz – Heilerin der Nöte der Zeit

Aus den Pestzeiten ist uns einiges über die Helferin in großer Not überliefert.
Da heißt es in einer Legende, dass es Erzengel Raphael selbst war, der einem Mönch die heilenden Kräfte der Engelwurz offenbart habe.
Heute gibt es bei uns diese Pest nicht mehr. Wir haben es mit Pest und Cholera  anderer Arten zu tun.

Schauen wir uns doch noch einmal die oben genannten Probleme an. Und wieder ist es die Engelwurz, die hierauf Antworten hat:

Ihre Wurzelkraft hilft dieses Leben besser zu verdauen.

Lässt uns, und jeder der Angelica schon einmal genommen hat, ob als Tee oder Tinktur weiß es, schmecken und spüren. Sie macht uns präsent für das Jetzt, für den Moment. Aber nicht nur das, durch ihre Wurzelkraft schenkt sie uns Verbindung zu Mutter Erde. Denn in ihr lebt die Kraft des Engels, der in die Wurzel hinabgestiegen ist, um Himmel und Erde miteinander zu verbinden.

Ihre Sonnenkraft bringt Licht, Wärme und Frieden.

Dies ist sofort spürbar, wenn wir Engelwurz zu uns nehmen. Die Wärme, das Licht und der Frieden der Angelica durchdringen, erfüllen und umhüllen uns. Helfen sanft Ängste zu lösen. Nicht, indem sie weggezaubert werden, wie wir es uns vielleicht manchmal wünschten. Sondern indem die Engelwurz uns einen Raum erschafft, der es uns ermöglicht hinzuschauen, auszuhalten, zu wandeln. Einen Raum, in dem wir uns trauen, uns dem Wesentlichen zu nähern.

Ihre Marskraft schenkt die Bereitschaft für sich einzustehen.

Ja, richtig gelesen. Licht und Liebe sind auch mitgeprägt vom marsianischen Prinzip. Vom Kriegsgott, der tut, was er tun muss. Der beherzt handelt, wenn er beherzt handeln muss. Auch wir müssen uns wehren  und beherzt für uns einstehen können. Nur dann sind wir nicht mehr die fremdgesteuerten Figuren auf dem großen Spielfeld der Welt. Und auch das hat die Engelwurz zu bieten. Unsere Altvorderen wussten es schon immer, denn für sie war die Angelica eine magische Schutzpflanze.

Wieder einmal könnte ich mich im Schreiben verlieren, aber noch eines zum Schluss:

Auf den großen Handelsrouten zwischen Morgen- und Abendland waren es in früheren Zeiten hauptsächlich die Gewürze und Heilkräuter des Morgenlandes, die ihren Weg ins Abendland fanden. Die Angelica jedoch ging den umgekehrten Weg …..

Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Ach ja, das Thema Wertschätzung ist mir völlig durch die Lappen gegangen …..

© Copyright November 2017 Martina Petermann 

Categories: Nature

Comments (4)

  • eivvi . 28. November 2017 . Antworten

    Geschriebenes von Gleichgesinnten zergeht sooOoo schÖn auf der Zunge. Herzlichste Grüße Yvonne

    • (Autor) TinePe . 28. November 2017 . Antworten

      Das freut mich!!!!! Ich glaube, es sind die Pflanzen, die uns immer mehr verbinden werden. Liebe Yvonne, du bist übrigens die allererste, die auf meinem noch ganz jungen Blog kommentiert.Herzlichen Glückwunsch.

  • Petra Prüter . 7. März 2018 . Antworten

    Liebe Martina,
    ich hatte dir bereits geschrieben, wie mich deine Texte faszinieren. Sie sind einfach nur schön und herzlich und nähren die Seele.
    Wunderbar! Ich freue mich auf ganz viele weitere Geschichten und Erzählungen. Es gibt so viele Pflanzen, die eine Botschaft
    haben an uns. Du bist Botschafterin. So wertvoll… .schön, dass ich dich gefunden habe.

    • (Autor) TinePe . 7. März 2018 . Antworten

      Danke für deine Worte. So habe ich es eigentlich noch gar nicht gesehen, aber da ist wohl schon was dran. Wenn ich wollte, dann könnte ich schreiben Tag und Nacht …..

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