Zeit loszulassen – Eine Wacholderheide nimmt ihren Abschied

3. Juni 2020.TinePe.2 Likes.0 Comments

Zeit loszulassen

Eine Wacholderheide nimmt ihren Abschied

Das Leben spielt seine eigenen Spiele, nach seinen eigenen Regeln. Geduldig lehrt es mich das. Wieder und wieder. Jedoch besonders intensiv lehrt es mich diese Dinge in dieser doch sehr eigenen Zeit. Aber was hat das mit der Wacholderheide zu tun? Lass mich erzählen …..

22. Mai 2020. Es ist ein sogenannter Brückentag und ich entschließe mich ganz spontan Sauerkraut zu kochen. Doch sowie ich die Wacholderbeeren in der Hand halte, ist da etwas in mir, das sagt:

….. „Du musst zur Wacholderheide auf den Wasserberg gehen. Und zwar JETZT“ …..

Nun ist es so, dass es im Leben immer wieder Rufe gibt. Kleinere und größere. Stärkere und schwächere. Wie auch immer, es ist nie ratsam, diese zu überhören. Tief in meinem Innersten weiß ich, das ist ein Ruf. Ich kann gar nicht anders, als ihm Folge zu leisten. Und zwar …..

….. JETZT …..

Also lasse ich Sauerkraut Sauerkraut sein, schnappe den Foto, meine kleine Hündin (der Große darf mit Herrchen an den See zum baden gehen) und wir tigern los. Wandern hinauf auf den Wasserberg. Flitzegespannt, was der Wacholder wohl zu sagen hat …..

Es ist ein traumschöner Tag. Wir beide genießen es, wieder einmal dort zu sein. Tauchen ein in die Lebendigkeit dieses Kraftortes. Laufen, riechen, schnuffeln,  schauen, spüren, fühlen fotografieren. Und dann endlich sind wir beim Wacholder. Aber was mich hier empfängt, hätte ich nicht einmal im Traum erwartet …..

….. Der Wacholder erzählt von seinem Abschied. Und das in jeder HINSICHT …..

„Meine Zeit an diesem Ort ist vorüber“, raunt er mir aus allen Ecken und Enden zu. Im ersten Augenblick bin ich entsetzt, sprachlos, traurig. Was ist passiert? Bei meinen letzten Besuchen war er doch noch so lebendig …..

Jedoch der Wacholder lässt mir keine Zeit um entsetzt, sprachlos und traurig zu sein. Lenkt meine Blicke immer wieder weg auf all die Orchideen rundherum. Auf die kraftvollen Wiesen. Auf die blühenden Hartriegel, von denen mancher Wacholder sich bereits umfangen lässt. Denen er, der Raumgebietende, an vielen Stellen schon das Feld überlassen hat. Wolfsmilch strahlt mich an, Akeleien bezaubern, der wilde Oregano duftet, mir bis dahin fremde Pflanzen lassen mich staunen …..

Peppi und ich laufen und laufen. Die Wacholderheide entlang und hinab. Überall dasselbe Bild. Überall dieselbe Botschaft …..

LASST LOS ..... IHR KÖNNT NICHTS TUN ..... IHR KÖNNT ES NICHT AUFHALTEN ..... Klar KÖNNT IHR ES VERSUCHEN, ABER ES WIRD EUCH NUR EURE ENERGIE RAUBEN ..... VIELLEICHT ZÖGERT IHR ES ETWAS HINAUS, ABER IHR HALTET ES NICHT AUF ..... MEINE ZEIT HIER IST VORBEI ..... SCHAUT, DAS NEUE IST SCHON DA ..... ICH GEHE ZURÜCK ..... NEHME ALTES, DESSEN ZEIT VORÜBER IST; ALTES DAS DER HEILUNG, DER WANDLUNG BEDARF MIT HINAB ..... EUCH ABER STEHEN TÜREN WEIT GEÖFFNET .....

Es ist seltsam. Mir sind Abschiede im Leben, egal welche, immer schwer. Aber das hier ist plötzlich leicht, so leicht …..

Und wir beide laufen und laufen. Riechen, schnuffeln, schauen, spüren, fühlen, fotografieren. Kurz vor dem Parkplatz tauchen wir wieder ein in den Wald. Die Energie verändert sich komplett. Etwas sehr berührendes zeigt  sich uns da am Ende unserer Reise …..

Eine lang vergeblich gesuchte Pflanze des Lichts und eine Menge Baumstümpfe begegnen uns. Baumstümpfe denen das NEUE ALTE IN NEUER ALTER FRISCHE entspringt …..

Tief im Herzen bestätigt es mir, was ich lange schon ahne. Was wir gerade in dieser besonderen Zeit erleben, hat viel mit ALTEM zu tun. Und das in jeder Hinsicht. Doch dieses ALTE bietet im NEUEN ALTEN interessante, nicht zu verachtende Wege.

Es ist Zeit loszulassen, denn alles ist schon da. Wir selbst sind es, die es uns gerade in dieser notwendigen Zeit der Wandlung mächtig schwer machen, indem wir versuchen festzuhalten. Um es mit den Worten von Eckhardt Tolle zu sagen:

„Das Neue ist schon da, das Alte macht nur noch viel Lärm beim sterben.“

 Ja, der 22. Mai 2020 war ein Brückentag. Ein Brückentag im wahrsten Sinne des Wortes.

Und vergessen wir nicht. Alles begann mit dem Kochen von Sauerkraut, das dann doch erst am nächsten Tag gekocht wurde …..

….. SO SIND SIE HALT, DIE WAHREN SPIELE DES LEBENS.  IMMER SIND SIE LEHRREICH UND DAS SAUERKRAUT WAR OBERLECKER …..

Herzliche Grüße von Martina und Peppi, vom Sauerkraut, vom Wasserberg und von dem nicht zu ignorierenden Ruf des Wacholders

© 03. Juni 2020 Martina Petermann

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