Holunder – Inspirationen von Frau Holle und ihrem Baum

5. November 2017.TinePe.2 Likes.0 Comments

Holunder
Inspirationen von Frau Holle und ihrem Baum

Wer kennt es nicht, das Märchen von Frau Holle?

….. in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese ….

Wie aber geht es weiter? ….. wir alle haben es schon oft gehört oder gelesen ….. die Sonne scheint ….. ein Meer von bunten Blumen begrüßt das Mädchen ….. es macht sich auf den Weg ….. begegnet dem Backofen mit dem fertiggebackenen Brot ….. begegnet dem Apfelbaum mit den reifen Äpfeln ….. begegnet Frau Holle, der großen Erdgöttin selbst ….. begegnet dem Winter ….. es schüttelt fleißig die Betten ….. aus dem Ende wird ein Anfang ….. das Mädchen wird von Sehnsucht ergriffen ….. es weiß ….. seine Zeit ist gekommen ….. etwas drängt es „nach oben“ zu gehen ….. die Erdmutter versteht …..  segnet es mit einem Regenbogen voll Glück ….. und das Mädchen geht auf’s Neue seinen Weg …..

Was hat das alles mit dem Holunder zu tun?

Der Holunder, so heißt es, ist der Baum der großen Göttin. Sie ist die Ahnin, die Urmutter, die Erdgöttin selbst. Sie hütet die Seelen der Toten und sie ist die Hüterin der Samen in ihrem unterirdischen Reich. Die große Göttin, die Erdmutter ist alles. Sie ist die Fruchtbarkeit und das Leben, sowie das Sterben und der Tod.

Im Holunder finden wir den unerschöpflichen Kreislauf des Lebens wieder.

In ihm finden wir Frühling, Sommer, Herbst und Winter in ihrem unerschöpflichen Reigen. Im Holunder finden wir auf eindrückliche Weise die Kräfte und Aspekte der großen Göttin.
Er ist ein Tor und führt auf direktem Weg nach unten, hinein in das Reich der großen Erdmutter selbst. Von diesem Sprung, und was uns dort erwartet, erzählt uns das Märchen. Interessant ist, dass der Weg in ein sehr helles Reich führt …..

Der Holunder ist ein Schwellenbaum. Er führt direkt hinein in das Reich der großen Göttin.

Im Frühjahr und Frühsommer begegnet uns die Erdmutter im neu zum Leben erwachten Holunder in Gestalt des jungen Mädchens, das seinen Weg kraftvoll hinein in das Leben geht.
Im frischen grün der Blätter und in den lichten, süßlich duftenden, cremeweißen  nach oben gerichteten Blüten kommt das große „Ja“ der Erdmutter zum Ausdruck. Es ist das Versprechen der immerwährenden Erneuerung.
Dieses „Ja“, ist spür- und fühlbar im ganzen Wesen seines Seins. Jedes Blatt, jede Blüte ruft es uns förmlich entgegen.

In Gestalt der betörend duftenden Blüten bringt uns Frau Holle Süße in unser Leben hinein.

Sie erinnert uns daran, dass das Leben leicht sein kann, wenn wir es vielleicht im kalten Winterschattenreich vergessen haben.
Diese Süße ist ihr Versprechen an die ewig währende Erneuerung des Lebens. Sie ist ihr großes „Ja“, das sie auf’s Neue in das Leben hineingibt. Jede einzelne Blüte trägt dieses Versprechen in sich.

Und so werden Holunderblütenküchlein, Holunderblütensirup und Holunderblütentee zu Festmahlen der ganz besonderen Art.

Der Weg geht weiter. Das junge Mädchen reift heran zur fruchtbaren Frau. Sie begibt sich direkt in den Sommer hinein. Aus den Blüten heraus haben sich Beeren entwickelt und werden reifer. Die Erdmutter tritt ein in die Kraft der Frau. Sie wird weiser. Verströmt sich nicht mehr im betörenden Duft nach außen. Sie zeigt nicht mehr die leichten, nach oben gerichteten Blüten. Die Kraft zeigt bereits nach unten. Die Zweige werden schwer. Aus cremeweiß wird dunkelviolett.

Es ist die Gestalt der fruchtbar gewordenen Frau, in der die Erdmutter ihr Heilversprechen in die Welt hinein gibt.

Und so wachsen heilkräftige Beeren  heran. Reifen mit der sich wandelnden Frau mit. Doch noch ist nicht der Zeitpunkt der Ernte gekommen. Dieser will gut gewählt sein.

Die Zeit der fruchtbaren Frau geht vorüber. Sie nähert sich dem Herbst. Die Zweige haben jetzt schwer zu tragen. Die Beeren sind dunkelgefärbt und reif zur Ernte. Die Heilkraft und die Weisheit der Göttin, der gereiften Erdmutter, sind ihnen inne.
In sie hat sie alles hineingegeben. In ihnen ist alles vereint.


Das große „Ja“ zum Leben, das Versprechen der immerwährenden Erneuerung, das große Heilversprechen an die Welt, die Weisheit und Liebe der Erdmutter selbst.

Wir durften also ernten und die große Erdmutter geht weiter ihren Weg. Sehr alt und greise wird sie. Wir sehen es auch am Holunder. Seine Kräfte ziehen sich zurück, so wie die Greisin sich zurückzieht, tief in ihr unterirdisches Reich hinein. Die Jahreszeit geht dem Winter entgegen. Nun ist es Zeit für sie, die Samen zu hüten, die Seelen unserer Ahnen zu empfangen und sich um sie zu kümmern. Das Holz des Holunders wirkt wie tot.

Und wenn ich nun das Märchen um Frau Holle recht verstehe, dann sind es die Ahnen, die uns den Schnee bringen. Die notwendige Zeit der Stille und der Regeneration, um irgendwann wieder durch das große Tor hindurch als Enkel in unser Leben geführt zu werden. Doch nur, wenn ich es richtig verstehe …..

….. aber immer ist da ihr ewig währendes
Versprechen …..

Herzlichst Martina Petermann © November 2017

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