Frieden

Erinnerungen und Gedanken zum Frieden einer Frau, Mutter und Großmutter

Gänseblümchen
….. ein bisschen Frieden, ein bisschen Sonne, für diese Erde auf der wir wohnen ……

Wer erinnert sich nicht? Mit diesem Lied sang sich Nicole 1982 beim Grand Prix de la chanson de l’eurovision in die Herzen vieler Menschen hinein.1982, eine der Hochzeiten der Friedensbewegung. Das junge Mädchen, das ich damals war, vielleicht nicht ganz mittendrin, aber doch dabei. Kernkraft, saurer Regen, Natodoppelbeschluss, Pershing II, SS 20, Cruise missiles, Startbahn West. Das war es, was uns umgetrieben hat.
Frieden schaffen, ohne Waffen. Der Spruch gefiel uns gut. Den klebten wir auf unsere Autos. Wir wollten Frieden, einfach nur Frieden. Träumten uns hinein in eine andere Welt.

1983 dann ein Highlight bei uns im Schwäbischen. Die Menschenkette, zwischen Stuttgart und Neu-Ulm. Was für ein Gefühl, welch ein Jubel, als es hieß, die Kette sei geschlossen. Nichts war es mit den vorverkündeten Krawallen durch die Medien. Es wurde getanzt, gelacht, geweint und gefeiert …..

….. ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude, ein bisschen Wärme, das wünsch ich mir …..

Nicht ein bisschen Frieden wollten wir. Wir wollten den Frieden ganz und gar. Und nicht ein bisschen Wärme wollten wir. Wir wollten Wärme ganz und gar. Waren der Kälte des kalten Krieges überdrüssig geworden.
Wir wollten Sonne statt Reagan (für die Jüngeren hier, das ist kein Schreibfehler ), ohne Rüstung leben. Make love not war, Petting statt Pershing. Auch das waren geflügelte Worte von uns Kindern dieser Zeit …..

….. ein bisschen Frieden, ein bisschen Träumen, und dass die Menschen nicht so oft weinen …..

Gute 36 Jahre später. Wie wir alle wissen, es hat nicht geklappt. Nichts ist es geworden mit dem Frieden ganz und gar. Frieden schaffen, ohne Waffen. Bis heute ein Traum von Träumern geblieben.

So wurden und werden weiterhin unzählige Kriege geführt,die viele, allzu viele mit ihrem Leben bezahlen mussten und müssen.
So mussten und müssen allzu viele ihr Leben lassen, aufgrund von Armut, Hunger, Mangel und Not.

Und das nicht weil es naturgegeben der Fall ist, sondern weil es künstlich so erschaffen ist. Ein Konstrukt der sogenannten, hochgeschätzten Zivilisation. Zum Wohle von wenigen, der Macht und des Geldes wegen …..

….. und so weinten und weinen viele, allzu viele ihre Tränen …..
….. Mütter, Väter, Kinder, Menschen …..

….. ein bisschen Frieden, ein bisschen Liebe, dass ich die Hoffnung nie mehr verlier …..

Was soll ich jetzt noch schreiben? Ich bin nicht mehr das junge Mädchen von damals. Heute bin ich Mutter und Großmutter. Genau wie unzählige Frauen aus aller Welt, habe auch ich aus der Liebe heraus Leben in dieses Leben hinein gegeben. Und aus diesen Leben heraus wurden wieder Leben in dieses eine Leben hinein gegeben. Eingebunden in die ewige Spirale des Lebens, die aus der Liebe heraus empfängt, gebiert, nährt und hütet.

Und keine Mutter soll des Krieges oder dessen, das intriganter Machtspielereien wegen geschuldet ist, weinen. Und kein Kind soll der Kälte der Welt, der Angst und der Armut erliegen. Dafür gilt es zu gehen und zu stehen.

So wie ich es, 36 Jahre später, vermag …..

….. jedoch ich ahne, meine Worte, die ändern nicht viel. Ich bin nur eine Frau, die sagt was sie fühlt.
Allein bin ich hilflos, ein Vogel im Wind. Der spürt, dass etwas mehr und mehr zerrinnt …..
….. und ich seh die Wolken, die über mir ziehn. Und manchmal fühl ich die Hoffnung entfliehn.
Dann sing ich als Antwort ins Dunkle mein Lied. Und hoffe, dass ganz viel geschieht …..

In Anlehnung an das Lied „Ein bisschen Frieden“.
Geschrieben von mir, einer Frau, Mutter und Großmutter für den Frieden 2019 …..

mögen aus einer viele werden ….. für das Paradies Erde ….. für diese eine Welt ….. für uns Menschen ….. für alles, was mit uns ist ….. für alles, was uns anvertraut ist ….. mögen wir lernen, das Leben in seinen Grundfesten wieder zu achten und zu ehren ….. mögen wir in der Lage sein zu tun, was hierfür zu tun ist ….. jeder so, wie er es kann und vermag ….. getragen durch den Rück- und Zusammenhalt einer großen Gemeinschaft ….. mögen wir in der Lage sein, am Kraftfeld Frieden weiter zu wirken ….. an diesen Netzen zu weben, sie stark und kraftvoll werden zu lassen ….. das ist es, was ich mir heute, 36 Jahre später erträume ….. ein großes, gemeinsames Netzwerk …… ein Netzwerk für das Leben …..

© Martina Petermann 07.01.2019

Categories: Leben

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