Die vergessene Erde

[vc_single_image image=”2170″ img_size=”1000×200″ alignment=”center”]

Es war einmal vor langer Zeit, da gab es – NICHTS. Und in diesem NICHTS war alles und nichts möglich.  Es war das, was wir heute das große Chaos nennen.  Es war das Meer aller Möglichkeiten selbst. Und in dieses Meer aller Möglichkeiten gaben eines Tages zwei bis dahin unbekannte Geistkräfte ihr großes Versprechen hinein.

Da begannen sich in diesem NICHTS die Feuer – und die Eiseskräfte zu regen. Wälzten sich aufeinander zu und kämpften gegeneinander an. Dabei drohten beide im Chaos des NICHTS zu versinken. Doch plötzlich wurden sie  von dem großen geistigen Versprechen selbst erfasst. Das weiße Eis wurde zu blauem Wasser und das Feuer  zu kraftvollem Leben.

Himmel und Erde waren geboren.
Himmelsvater und Erdenmutter vereint im großen Versprechen.

[vc_single_image image=”2027″ img_size=”1000×200″ alignment=”center”]

Und sie zeugten und gebaren ihre Kinder.

Bald schon war das Himmelszelt bevölkert von leuchtenden Sternen. Und aus den Sternen heraus wurden in die Nacht hinein die Sonne und der Mond geboren.
Der Himmelsvater aber sprach: „Den Tag und die Nacht sollt ihr der Erde schenken. Das Lachen und das Weinen. Den Sommer und den Winter.“
Und sie waren bereit, denn sie waren beseelt vom großen Versprechen.

Vielen Wesen begann nun die Erdenmutter aus ihrem fruchtbaren Schoss heraus das Leben zu schenken. Zunächst waren da die Kinder, die sie in die Unterwelt hineingebar. „Ihr“, so lehrte sie sie, „sollt für eure Geschwister, die ich in die Mittelwelt hineingebären werde, sorgen. Ich aber bin eure Mutter und mich sollt ihr auf ewig ehren.“
Und sie waren bereit, denn sie waren beseelt vom großen Versprechen.

Daraufhin brachte Mutter Erde vielgestaltige Pflanzen aus ihrem Schoss hervor. Die Wurzeln verband sie mit der Unterwelt, die anderen Teile aber schickte sie nach oben ins Licht. „Ihr“, so lehrte sie sie, „werdet versorgt werden durch die Liebe eurer Geschwister der Unter- und Oberwelten.  Die Kräfte von unten und oben sollt ihr empfangen und sie in euch vereinen.  Doch vergesst nie, ihnen zu danken. Noch mehr andersartige Geschwister aber werde ich gebären. Ihnen sollt ihr  Friede, Nahrung und Heilung sein. Ich aber bin eure Mutter und mich sollt ihr auf ewig ehren.“
Und sie waren bereit, denn sie waren beseelt vom großen Versprechen.

Nun gebar die große Mutter die Tiere aus ihrem Schoß heraus und stellte sie hinein in den Tag und die Nacht. „Ihr“, so lehrte sie sie, werdet aufs engste verbunden sein mit der Kraft der Pflanzen. Und ihr werdet sie versorgen Kraft eures Atems. Vergesst nie, ihnen und allen Wesen dankbar zu sein. Noch mehr andersartige Geschwister aber werde ich gebären. Manche von euch sollen ihnen Nahrung und manche sollen einander Nahrung sein. Vor allem aber sollt ihr einander Freunde sein. Ich aber bin eure Mutter und mich sollt ihr auf ewig ehren.“
Und sie waren bereit, denn sie waren beseelt vom großen Versprechen.

Da gebar die Erdenmutter zum letzten Mal und brachte die Menschen in die Welt hinein. „Ihr“, so lehrte sie sie, „seid die letzten Kinder, die ich in diese Welten hineingeboren habe. In ihnen seid ihr alle vereint und alles wird sich aus sich selbst heraus immer wieder neu erschaffen. Ihr seid hineingestellt in den Tag und die Nacht, in den Sommer und in den Winter. Eure Geschwister aller Welten haben ihre Versprechen gegeben, Teil dieses Großen und Ganzen zu sein.  Sie werden gut für euch sorgen. Darum sorgt gut für sie. Achtet sie. Vergesst nie, ihnen dankbar zu sein, denn ihr alle seid gleich an Wert. Ich aber bin eure Mutter und mich sollt ihr auf ewig ehren.“
Und sie waren bereit, denn sie waren beseelt vom großen Versprechen.

[vc_single_image image=”2173″ img_size=”1000×200″]

So ging die Zeit dahin und alle Wesen hielten sich an die Gebote der Mutter, die sie aus ihrem warmen Schoss heraus geboren hatte.
Einzig die Menschen begannen mehr und mehr zu vergessen. Immer weniger erinnerten sie sich an das, was die Mutter ihnen mit auf den Weg gegeben hatte und viele von ihnen vergaßen um die Mutter selbst. Sie versuchten die Welten zu beherrschen. Begannen nach ihren Maßstäben und ihrem Wissen neu zu erschaffen. Denn über ihnen leuchteten die Sterne, die Sonne und der Mond. Diese schenkten ihnen die Tage und die Nächte, die Sommer und die Winter.

Sie vergaßen um die Kräfte der Unterwelt, um das Heim  von Mutter Erde selbst. Und die wenigen, die daran erinnerten, wurden verlacht und verhöhnt. Sie erschufen sich ihre eigenen Pflanzenwelten, abgeschnitten von der Seele der Mutter und der Kraft des Vaters. Sie töteten, was ihnen nicht wert erschien zu leben. Hielten sich in Ketten und Käfigen, was ihnen Nahrung zu sein hatte. Nahmen sich rücksichtslos, wovon sie glaubten, dass es nur ihnen zu Füßen zu liegen habe.

Macht war es, was sie wollten. Macht war es, die sie sich nahmen.
Und Macht war es, die sie lebten.

Sie merkten es noch nicht einmal. Doch sie waren nicht mehr Teil des Großen und Ganzen. Sie waren abgetrennt von dem aus göttlichen Kräften heraus erschaffenen. Blindwütige Zerstörer waren sie geworden mit Herzen so hart, wie das Metall, wofür sie es taten.

Da weinte die vergessene Erdenmutter um all ihre Kinder und wurde krank.

[vc_single_image image=”2174″ img_size=”1000×200″]

Doch auch das bemerkten die Menschenkinder nicht. Denn ihre Seelen waren längst schon abgespalten vom großen Versprechen.

Taub waren sie geworden für die Worte der Mutter, blind für das Leiden der Geschwister, gefühllos für die Tränen der Welten.

Wie die Mutter, so wurden auch die Menschenkinder krank. Doch auch das bemerkten sie nicht.

Denn taub waren sie geworden für die Worte der Weisheit, blind für das Leiden ihrer Seelen und gefühllos für die Tränen ihrer Herzen.

Der Himmelsvater zürnte, und befahl dem Himmel, sich immer häufiger zu verdüstern. Gewaltige Blitze lies er vom Himmel zucken, Stürme schickte er über das Land und lies es von Regenmassen überschwemmen.

[vc_single_image image=”2175″ img_size=”1000×200″ alignment=”center”]

Da begann sich in den Urgewalten von Sturm und entfesseltem Wasser so manches Menschenkind zaghaft und leise zu erinnern. Doch auch von ihnen konnten viele nicht mehr verstehen und verbreiteten einen grausamen Irrtum hinein in die Menschenwelt. Denn sie glaubten, dass diese Mutter solche Kinder nicht mehr brauche.

Diese Geschehen brachen der Erdenmutter beinahe das Herz.  Sie litt unsäglich mit ihren verirrten Menschenkindern und zog sich immer mehr zurück, tief hinein in das Feuer des Mittelpunktes aller Welten. Dort weinte sie ihre bittersten Tränen. Sie weinte und weinte. Drohte das Lebensfeuer mit ihren Tränen auszulöschen. Und in diesem Weinen begann sie selbst um ihr großes Versprechen zu vergessen.

Da fürchteten ihre anderen Kinder um das Ende aller Welten. Denn sie wussten, mit dem Erlöschen des Feuers und dem Vergessen um das große Versprechen wäre alles unwiederbringlich verloren.

In ihrer Verzweiflung  beriefen sie ein zur letzten, großen Ratsversammlung. Alle Kinder von Mutter Erde waren gekommen, nur die Menschenkinder hörten nicht den Ruf …..

….. an dieser Stelle endet die Geschichte um die Vergangenheit des Märchens der vergessenen Erde …..

….. an dieser Stelle sind wir mittendrin,
im Hier, Heute und Jetzt …..

….. und ich weiß, da gibt es Menschenkinder, die den Ruf gehört haben und ihm folgen. Denn da gibt es mich und dich, und dich ……

….. und gemeinsam mit unseren Geschwistern werden wir im Heute  das große Versprechen erneuern, und die Geschichte der Zukunft neu weben ……

[vc_single_image image=”1025″ img_size=”1000×200″ alignment=”center”]

© Copyright Januar 2018 Martina Petermann

Add comment

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen